»Leistung«
MF1 war sehr minimalistisch in der Ausführung. Im Rahmen der KUnstorte N°2 bot es sich an, MF2 zu installieren. Das Experiment bestand diesmal darin, nicht einer unbestimmten Gruppe von Menschen Bilder zu vermitteln, sondern die Empörung und Interaktion von Kunstbanausen hervorzurufen.Gleichzeitig sollte das Werk eine Aussage zur aktuellen Wirtschaftskrise machen. Ein weiterer Versuch bestand darin, zu überprüfen, ob Provokation das morphische Feld verstärkt.
Bilder zum Versuchsaufbau
25.4.2009
Bonn, Römerstraße
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1. Unmittelbare Reaktionen (Empörung)
1.1 Kinder
Von sechs vorbeikommenden Kindern konnten die Reaktionen aufgenommen werden. Interessanterweise wurde von allen Kindern die gleiche Frage gestellt: Warum wurde Ketchup auf die Puppen geschüttet.
1.2 Erwachsene
1.2.1 Frauen
Von vier vorbeikommenden Frauen konnten die Reaktionen aufgenommen werden. Alle waren empört bis stark verärgert, einige beschimpften die zeitgenössische Kunst im allgemeinen. Nach Erläuterung der Aussage blieben drei Frauen weiterhin verärgert, eine - dem Anschein nach eine eher ungebildete Anwohnerin - akzeptiere nach der Erläuterung das Werk und berichtete von eigenen Erfahrungen, die die Aussage des Werkes bestätigten.1.2.2 Männer
Bei den zwei Männern, deren Reaktion aufgenommen werden konnte, handelte es sich um Partner zweier oben erwähnter Frauen. Während die Frauen ihre Verärgerung nicht ablegten, zeigten sich die Männer nach der Erläuterung verständnisvoll und akzeptierten das Werk.2. Interaktion
Am Abend des 25. April 2009 wurden die Puppen von der Polizei entfernt. Die Hinweise darauf, dass die Polizei von einer in unmittelbarer Nähe wohnenden Frau (1.2.1) herbeigerufen wurde, verdichten sich. Das morphische Feld war also so stark, dass die Polizei, entgegen höchstrichterlicher Rechtsprechung, den unzulässigen Grundrechtseingriff gewagt hat und damit das Werk vollendet hat. Mein besonderer Dank geht also an die Bonner Polizei mit ihren mutigen Beamtinnen und Beamten.
3. abschließende Bemerkungen
Am Sonntagmorgen, 26. April 2009, war der gesamte Kunstort zugeparkt. Ein Automobil (gleichsam als Symbol für die Krisenverlierer) stand auf dem Platz des Werkes »Leistung«. Die Ursache für diese ungewöhnlich starke Nutzung des Geländes war der Bonner Stadtmarathon. Viele Besucher, wesentlich mehr als bei den meisten Kunstveranstaltungen, wollten zusehen, wie über 1000 Menschen Leistung bis an die Leistungsgrenze bringen(,) und sich daran ergötzen. Sie sahen dann auch die Gewinner, Menschen des wirtschaftlich schwächsten Kontinents - Afrika.
Bilder zum Versuchsabschluss
26.4.2009
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Bad Godesberg
Michaelplatz 6
53177 Bonn